Pflanzenheilkunde / Phytotherapie

Pflanzenheilkunde ist so alt wie die Menschheit selbst. Gerade in Mitteleuropa hat sie sich über die Jahrtausende beständig entwickelt und große Vielfalt erreicht: Neben den zahlreichen einheimischen Heilpflanzen nutzen wir seit 2000 Jahren Mittelmeerpflanzen (z.B. die meisten Gewürzpflanzen), die durch das römische Reich zu uns kamen. Auch chinesische und indische Heilpflanzen (z.B. Ingwer und Ginseng), die im Mittelalter über die Seidenstraße zu uns kamen, nutzen wir schon seit Jahrhunderten. In der Neuzeit kamen noch Pflanzen aus Amerika hinzu (z.B. der rote Sonnenhut).

Die Pharmakologie hat sich aus der Pflanzenheilkunde entwickelt und auch heute noch dienen Heilpflanzen der Pharmaindustrie als „Inspiration“ für neue Arzneimittel. Die Pharmakologie hat wiederum auch die Phytotherapie beeinflusst, indem immer mehr Inhaltsstoffe von Pflanzen in ihrer Wirkung auf den zellulären Stoffwechsel untersucht werden.

Moderne Phytotherapie gleicht die Beschwerden des einzelnen Menschen mit den Heilpflanzen und deren Inhaltsstoffen ab und findet so die beste Heilpflanzenmischung, die entweder als Tee, Tinktur, Tablette oder Ölauszug verordnet wird. Gerade bei funktionellen Beschwerden (der Mensch weiß, etwas „stimmt nicht“ und der Arzt „findet nichts“) ist die Pflanzenheilkunde die effektivste Behandlungsmethode.